Die Lehren der SiebentenTagsAdventisten

Einleitung

9.7.2015 Heute werde ich damit beginnen, die grundlegenden Glaubenssätze der STA herauszustellen. Dies erfolgt im wesentlichen als von der Bibelerkenntnis der WachtturmOrganisation ausgehend.

Meine Leser mögen sich fragen, warum ich mir noch eine Glaubensgemeinschaft ansehe, nachdem ich bereits von der WTO so herb enttäuscht wurde und von den althergebrachten Konfessionen der Christenheit (z.B. des Katholizismus) keinerlei Erkenntnis zu erwarten ist. Es ist ganz einfach eine Frage des rechten Verhältnisses zu יהוה und seinem Sohn Jesus Christus. Auch halte ich den Zeitpunkt für mehr als gekommen, mir Gedanken um eine andere Sichtweise auf biblische Themen zu machen, als es bisher geschah.

Ein weiterer Grund liegt in der in vielen Gesellschaftsformen inzwischen weithin akzeptierten Verwässerung des heiligen Standes der Ehe durch gleichgeschlechtliche Partnerschaften und des ebenfalls stark verbreiteten Fehlglaubens, der Sonntag sei der von Jahwe eingesetzte Ruhetag. Tatsächlich war es schon immer der Samstag, der für die innere Einkehr und die Pflege des Verhältnisses zu Jahwe vorgesehen ist.

Nun stellt sich für WachtturmJünger das Problem dar, daß sie glauben, die zehn Gebote seien durch die Darbringung von Jesu Loskaufsopfer (sein Blut) aufgehoben worden. Tatsächlich hat Jesus die Gebote erfüllt, nicht aber aufgehoben. Lesen wir am besten dazu den passenden Vers:

Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz oder die Propheten zu vernichten. Nicht um zu vernichten, bin ich gekommen, sondern um zu erfüllen;

GerNWT Mat 5:17

An dieser Stelle sind wir schon mitten im Studium angekommen. Bevor es aber weitergeht, will ich dem weniger biblisch bewanderten Leser noch einen kurzen Abriß über den israelitischen Mondkalender geben, denn dessen Verständnis ist für alle nachfolgenden Themen wichtig:

Der 24StundenTag der Hebräer begann mit Einbruch der Nacht (also dem Sonnenuntergang) und ging bis zum nächsten Sonnenuntergang. Dies ist schon einmal eine für Europäer ungewöhnliche Zeiteinteilung. Die Woche war von vornherein mit sieben Tagen Länge angesetzt. Jahwes Beispiel zeigt, daß hier sechs Tage gearbeitet wurden und der siebte Tag der Erholung diente.

Monate waren immer Mondmonate. Monatsanfang war immer der Tag, an dem die erste dünne Mondsichel sichtbar wurde. Beobachtungsstandort war Jerusalem. Eine Lunation dauert ca. 29,53 Tage und hatte zur Folge, daß die Monate immer 29 oder 30 Tage Länge hatten.

Da zwölf Lunationen 354,367 Tage ausmachen, also zum Sonnenjahr etwa elf Tage Differenz bestehen, würden Mondjahr und Sonnenjahr (Jahreszeiten!) jedes Jahr weiter auseinanderdriften. Aus diesem Grund wurden ab und zu Schaltmonate ins Mondjahr aufgenommen, damit die Synchronizität zum Sonnenjahr erhalten blieb. Dies war der zweite Adar (Adar ist der zwölfte Monat), also der Veadar.

Die alten Babylonier (zur Zeit Nabonassars, ab ca. 747 v.u.Z.) erkannten diesen Zusammenhang und stellten eine Reihenfolge auf, wann sieben Schaltmonate im Verlauf von 19 Jahren eingeschoben werden sollten. Die Hellenen fanden über 300 Jahre später ebenso zu dieser Erkenntnis oder plagiierten kurzerhand dieses Wissen und bezeichneten dieses Prinzip als „Metonischer Zyklus“.

Das Kalenderjahr konnte nun blind anhand dieses Zyklus bestimmt werden. In Israel nutzte man aber nicht die nüchterne Astronomie, sondern die für eine Agrargesellschaft sinnvollere Methode über die Fruchtfolge. Gerste ist die erste Ackerfrucht, die reift. Indem nun die erste Gerste von den Priestern „gewebt“ werden sollte, konnte das neue Jahr eingeläutet werden.

Dies war immerhin sehr wichtig für die Begehung von vorgeschriebenen Festen (wie dem Passah), die nicht der Wochen, sondern der Monatsstruktur folgten. Wann nun im angehenden Frühling noch keine reife Gerste vorhanden war und deshalb auch nicht den Priestern vorgestellt werden konnte, wurde ein Veadar eingeschaltet und die Gerste hatte einen weiteren Mondmonat, um zu reifen.

Wie man sieht, ist der israelitische Mondkalender gar nicht so schwer zu verstehen. Er ist für uns nur ungewöhnlich, die wir gewohnt sind, den Tageswechsel bei Mitternacht durchzuführen und ansonsten einen reinen Sonnenkalender mit Schalttagen haben.

Die Heiligung des Sabbats

Dieses Sabbatgebot ist das vierte Gebot und lautet:

8 Denke daran, den Sabbattag heilig zu halten. 9 Sechs Tage hindurch sollst du arbeiten und alle deine Geschäfte verrichten. 10 Aber der siebente Tag ist ein Jahwe, deinem Gotte, geweihter Sabbat; da sollst du gar kein Geschäft verrichten, weder du selbst, noch dein Sohn oder deine Tochter, dein Sklave noch deine Sklavin, noch dein Hausvieh, noch der Fremde, der sich in deinen Ortschaften aufhält. 11 Denn im Verlaufe von sechs Tagen hat Jahwe den Himmel und die Erde, das Meer und alles, was in ihnen ist, gemacht; hierauf ruhte er am siebenten Tage. Daher hat Jahwe den Sabbattag gesegnet und für heilig erklärt.

GerTextbibel 2Mo 20:811

Von WachtturmJüngern hört man zur Begründung, warum die zehn Gebote nicht mehr gelten sollen, gerne die Verse Galater 3:13, 2425. Lesen wir diese also nach:

13 Christus hat uns vom Fluch des Gesetzes losgekauft, indem er an unserer Statt ein Fluch geworden ist, denn es steht geschrieben: „Verflucht ist jeder, der an einen Stamm gehängt ist.“ 24 Folglich ist das Gesetz unser Erzieher geworden, der zu Christus führt, damit wir zufolge des Glaubens gerechtgesprochen werden könnten. 25 Jetzt aber, da der Glaube gekommen ist, sind wir nicht mehr unter einem Erzieher.

GerNWT Gal 3:13, 2425

Der Fluch, um den es hier geht, ist das beständige Bewußtsein über die eigene Unvollkommenheit und demzufolge der Unmöglichkeit, jemals dem Gesetz gerecht zu werden. Wollte man also die gerade gelesenen Verse dazu zweckentfremden, das Gesetz an sich wegzunehmen, so hieße das, die Definition der Sünde zu tilgen. Ohne die Definition von Sünde kann es aber auch keine Sünde mehr geben. Wozu braucht es dann noch Glauben an Jesus und sein Opfer für uns?

Jahwe hätte nach dem Sündenfall einfach Schluß machen können, indem er sich auf den Standpunkt stellte: „Ihr Menschen wußtet, was verboten war und habt es doch getan. Eure Vollkommenheit ist Geschichte.“ Damit hätte die gesamte Menschheit niemals mehr auch nur die Chance gehabt, sich in irgendeiner Weise Jahwe gegenüber als würdig zu erweisen. Gerade darin aber hat er seine überfließende Güte und Barmherzigkeit bewiesen, das Allheilmittel für diese schier ausweglose Situation beizubringen:

So sehr hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen einziggezeugten Sohn gab, damit jeder, der Glauben an ihn ausübt, nicht vernichtet werde, sondern ewiges Leben habe.

GerNWT Joh 3:16

Die Definition der Sünde ist also nicht aufgehoben (wie die WachtturmOrganisation vollmundig verkündet), sondern seine Konsequenzen (die Strafe, letztlich der Tod) sind auf Dauer ausgesetzt. Dies gilt solange, wie Glauben an Jesus Christus besteht und die Gebote nach bestem Wissen und Gewissen gehalten werden. Das letzte Argument (oder Aufbäumen) der WachtturmJünger besteht im Zitat von Kol 2:1617:

16 Daher möge euch niemand wegen Speise und Trank oder in Hinsicht auf ein Fest oder die Beobachtung des Neumonds oder eines Sabbats richten; 17 denn diese Dinge sind ein Schatten der künftigen Dinge, aber die Wirklichkeit gehört dem Christus.

GerNWT Kol 2:1617

Meist wird sogar nur Vers 16 zitiert. Diese Textstelle ist klassisch aus dem Zusammenhang gerissen. Darin gelassen, geht es um die Einrichtung des Sabbats und anderer Bestimmungen als Dienst für den Menschen. Er sollte die Einrichtung dieser Regeln hinnehmen, da sie ihm nützen. Weder geht es um ihre Abschaffung, noch um ihre kreative Umgehung oder ums sklavische Festhalten daran. Jesus selbst deckte die falschen Beweggründe auf, die um die kleinliche Auslegung der Sabbatregelung durch Schriftgelehrte auftraten:

23 Nun geschah es, daß er am Sabbat durch die Getreidefelder ging, und seine Jünger fingen an, ihres Weges zu gehen, wobei sie Ähren abpflückten. 24 Daher sagten die Pharisäer zu ihm: „Sieh doch! Warum tun sie am Sabbat etwas, das nicht erlaubt ist?“ 25 Er aber sprach zu ihnen: „Habt ihr niemals gelesen, was David tat, als er in Not geriet, er und die Männer bei ihm? 26 Wie er – nach dem Bericht über Abjathar, den Oberpriester – in das Haus Gottes hineinging und die Brote der Darbringung aß, die zu essen niemandem erlaubt ist als den Priestern, und daß er davon auch den Männern gab, die bei ihm waren?“ 27 Dann sagte er weiter zu ihnen: „Der Sabbat ist um des Menschen willen ins Dasein gekommen und nicht der Mensch um des Sabbats willen; 28 somit ist der Menschensohn Herr auch des Sabbats.“

GerNWT Mar 2:2328

Somit bleibt uns nach der Beleuchtung dieser Berichte um den Sabbat die Erkenntnis erhalten, daß Jahwe ihn uns auch aus Barmherzigkeit in dieser Form gab. Wir wären alle verloren, hätte er uns nicht auch noch das Mittel zur Abwendung der Konsequenzen aus unserem Fehlverhalten geschenkt. Was wäre wohl mit David geschehen, als er Ehebruch mit Bathseba beging? Er schüttete Jahwe sein Herz im 51. Psalm aus und erkannte Jahwes Güte. Als Paulus über seinen Zwiespalt zwischen Sündigen und Gerechtsprechung nachdachte, zeigte er die Größe Jahwes auf, zwar die Gesetze zu belassen, die ihn anklagen, aber zufolge ehrlichen Bemühens um ein gerechtes Leben in Verbindung mit Glauben an Jesus Christus von der Strafe verschont zu bleiben (Rö 7:138:8).


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