Die Bibel

Die heilige Schrift hat sich auf der Welt sehr ausgebreitet. Bereits vor 2500 Jahren wurden Übersetzungen in andere Sprachen angefertigt, z.B. Aram├Ąisch. Vor 1500 Jahren waren dann Übersetzungen f├╝r KoineGriechisch, Latein, Koptisch und viele weitere Sprachen vorhanden.

Diese Abschriften (es gab den Beruf des Kopisten) waren extrem aufwendig (und teilweise mit Schmuckbildern verziert) erstellt und auf verg├Ąnglichem Material festgehalten, sodaß man immer wieder neue Kopien anfertigen mußte. So ist es keine Überraschung, daß nach aktuellem Wissen nicht ein einziges Original eines Bibelschreibers bis heute ├╝berdauert hat.

Diese Handschriften waren immer schon sehr wertvoll, wodurch es sich fast nur Klöster leisten konnten, diese zu besitzen. Das verleitete nat├╝rlich zur Ausnutzung des Wissensmonopols, worauf ich hier aber nicht eingehen will. Wer sich mit diesem Thema besser auseinandersetzen will, sei hiermit auf das Standardwerk Der Pfaffenspiegel von Otto von Corvin verwiesen. Erst, als durch Johannes Gutenberg der effiziente Druck mit beweglichen Lettern eingef├╝hrt wurde, konnten sich auch die einfachen Leute Bibeln leisten.

Nat├╝rlich schlichen sich auch bei noch so gewissenhaftem Abschreiben Fehler ein. Diese Fehler wurden von anderen Kopisten weitergegeben. Nat├╝rlich haben

  1. nicht alle Kopisten
  2. nicht zeitgleich und
  3. nicht dieselben Fehler begangen,

sodaß es heute auf Grundlage der bisher gefundenen Fragmente (wenngleich nur durch extrem aufwendige Recherchen) möglich ist, eine Art Bibelstammbaum zu erstellen. Damit meine ich nicht den der biblischen Personen!

Dabei sind der hebr├Ąischaram├Ąische und der christlichgriechische Text separat zu sehen. Der erstgenannte liegt uns nur in einer Hauptlesart vor, dem durch die Sopherim fixierten Text, wie er von den Massoreten weiterverwendet wurde. Der letztgenannte Text dagegen spaltet sich in vier Lesarten auf, wobei drei davon zueinander sehr ├Ąhnlich sind. Die vierte ist eine absichtliche Verf├Ąlschung zum Zweck, Gl├Ąubige vom Wort Gottes abzubringen. Davon sp├Ąter mehr.

Der Gottesname

Nachweislich verfielen die Pharis├Ąer und Schriftgelehrten in Israel schon im 2. Jahrhundert v.u.Z. dem Irrglauben, der Gottesname sei zu heilig, um ihn auch nur auszusprechen. Sie beriefen sich dabei auf das 3. Gebot:

Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht mißbrauchen; denn der HERR wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen mißbraucht!

2Mo 20:7 Xiphos, SchlachterBibel (1951)

Wie man sieht, findet sich in dieser Übersetzung schon die Auswirkung dieses Aberglaubens, indem der Gottesname durch Titel ersetzt ist. Z.B. in der Elberfelder von 1871 und freilich in der NeueWeltÜbersetzung steht noch der Name Jahwe oder Jehova.

Folglich ersetzten die Sopherim (Schreiber) bis zum Ende des ersten Jahrhunderts in allen Schriften, derer sie habhaft werden konnten, an ├╝ber 100 Stellen den Gottesnamen יהוה (JHVH) durch Elohim (Majest├Ątsplural von „Eloah“, „Gott“) oder Adhonaj („Herr“). Ansonsten war ihre Aufgabe durchaus verdienstvoll, stellten sie doch eine Fixierung des hebr├Ąischaram├Ąischen Textes her. Erst dadurch wurde es nachfolgenden Generationen möglich, sich auf eine einzige Haupttextart dieser Schriften zu verlassen.

Ist es heute noch wichtig, den Namen
יהוה
zu kennen und lesen zu können?

Auch die Massoreten, die im 7. bis 11. Jahrhundert wirkten und fleißig die Schriften kopierten, f├╝gten ├╝berall die inzwischen eingef├╝hrten Vokalzeichen ein – aber am Tetragrammaton wieder f├╝r die Wörter Elohim und Adhonaj. Dies geschah, um den Leser daran zu erinnern, nicht versehentlich den Gottesnamen auszusprechen.

Das „a“ von Adhonaj konnte dabei auch als „e“ gelesen werden. Wahrscheinlich ist dies der Grund daf├╝r, daß die am weitesten in Europa verbreitete Aussprache des Gottesnamens „Jehova“ lautet und nicht „Jahwe“, obwohl die Israeliten wahrscheinlich nie „Jehova“ sagten. Letztlich ist es mir persönlich nicht so wichtig, welche der beiden Formen man verwendet – Hauptsache, man verwendet sie statt eines Titels wie „Herr“ oder „Gott“. Da kann auch eine (teilweise) Großschreibung wie „HErr“ oder die in Kapit├Ąlchen („Gott“) nichts ausrichten.

Genau diese Verf├Ąlschung der Bibel ist f├╝r uns heute lebenden Menschen folgenschwer, da uns hierdurch das tiefe Verst├Ąndnis und die Vertrautheit mit Jahwe fehlt. Jemanden, mit dem Sie kommunizieren möchten, von dem Sie aber seinen Namen nicht kennen, werden Sie kaum n├Ąher kennenlernen und dessen Gemeinschaft werden Sie auch kaum ├╝ber l├Ąngere Zeit hinweg suchen! Es muß also jedem Leser der heiligen Schrift klar sein, eine solche Übersetzung zu w├Ąhlen, die nicht der Tradition der Verheimlichung des Namens Gottes folgt, sondern ihn bei seinem Namen nennt: Jahwe.

Dies ist der Grund daf├╝r, noch immer sehr gern mit der NeuenWeltÜbersetzung der WachtturmOrganisation zu arbeiten: Der Gottesname ist (bis auf eine begr├╝ndete Ausnahme) an allen 6828 Stellen der hebr├Ąischaram├Ąischen Schriften nach Stand der Massoreten vorhanden, an den 141 Stellen wieder eingef├╝hrt, die schon durch die Sopherim verf├Ąlscht wurden, 5 weitere Stellen in den hebr├Ąischaram├Ąischen Schriften sind wiederhergestellt und auch in den 237 Textstellen der christlichgriechischen Schriften ist er zu finden.

Und Ich habe ihnen Deinen Namen kundgetan und werde ihn kundtun, auf daß die Liebe, mit der Du Mich geliebt hast, in ihnen sei, und Ich in ihnen.

Joh 17:26 Xiphos, Tafelbibel (1911)

Da Jesus, der Sohn Jahwes, den Namen seines Vaters gebrauchte und auch hebr├Ąische Übersetzungen des griechischen Textes den Gottesnamen enthielten, scheint mir auch die Wiedereinsetzung in den christlichgriechischen Schriften angemessen zu sein. Es gibt meines Wissens nach keine Übersetzung in irgendeine Sprache, die dem anzunehmenden Urtext im Hinblick auf die Nennung des Gottesnamens auch nur im entferntesten so nahekommt.

Da Jahwe auch der Autor der Bibel ist (die Schreiber und Propheten wie Jesaja und Johannes kann man als Sekret├Ąre betrachten), sollte auch in der heutigen Welt der Urheberrechte leicht nachzuvollziehen sein, den Namen des Autors eines Werkes nicht zu entfernen. Probieren Sie doch ’mal, Smoke on the Water öffentlich nachzuspielen, ohne Geb├╝hren an die GEMA abzuf├╝hren! Nein, tun Sie’s besser nicht, denn das h├Ątte ├╝ble Folgen!

Übrigens haben auch viele andere Übersetzer den Gottesnamen an einigen wenigen Stellen erhalten. Typische Stellen sind 2Mo 6:3 und Ps 83:18. Kostprobe gef├Ąllig?

Y conozcan que tu nombre es Jehová; Tú solo Altísimo sobre toda la tierra.

Ps 83:18 Xiphos, La Santa Biblia ReinaValera (1909)

That men may know that thou, whose name alone is Jehovah, art the most high over all the earth.

Ps 83:18 Xiphos, King James Version (1769)

Je suis apparu à Abraham, à Isaac et à Jacob comme Dieu toutpuissant mais sous mon nom de Yahweh, je ne me suis pas fait connaître à eux.

2Mo 6:3 Xiphos, La Bible Augustin Crampon (1923)

Nek’ znaju: ti si komu je ime Jahve, jedini Višnji nada svom zemljom.

Ps 83:19 Xiphos, Kroatische Bibel

Hogy megtudják, hogy te, a kinek neve Jehova, egymagad vagy felséges Isten az egész földön.

Ps 83:19 Xiphos, Vizsoly (Karoli) Biblia (1590)

Я являлся Аврааму, Исааку и Іакову, какъ Богъ Всемогущій; но не открылся имъ во имени: Іеговы.

2Mo 6:3 Xiphos, Russischer Pentateuch (1825); je nach Schriftart mit Buchstaben aus Schreibschrift; letztes Wort „Iehovy“

and I appeared to Abraham, to Isaac, and to Jacob, as God Almighty; but by my name Yahweh I was not known to them.

2Mo 6:3 Xiphos, World English Bible (1997)

και εφανην εις τον Αβρααμ, εις τον Ισαακ και εις τον Ιακωβ, με το ονομα, Θεος Παντοκρατωρ δεν εγνωρισθην ομως εις αντους με το ονομα μου Ιεοβα

2Mo 6:3 Xiphos, Unaccented Modern Greek Text

Textverf├Ąlschung durch den alexandrinischen Texttyp

Eine weitere Diskrepanz zwischen sehr vielen Übersetzungen stellt sich bei der Recherche heraus, einzelne Verse miteinander zu vergleichen. Diese lassen sich meinen bisherigen Nachforschungen gem├Ąß auf die Abspaltung vom textus receptus (dem Originaltext am n├Ąchsten) auf den alexandrinischen Texttyp zur├╝ckf├╝hren. Dieser ist durch den Codex sinaiticus und den Codex vaticanus stark in die heutigen Bibeln eingeflossen.

Bei der geographischen Verbreitung der vielen verschiedenen Papyri und Pergamente mit ihren Lesarten und ihrer zeitlichen Abfolge l├Ąßt sich nicht immer genau festlegen, welcher Text ├Ąlter und demzufolge eine Vorlage f├╝r ver├Ąnderte sp├Ątere Texte sein soll. Die Unsicherheit allein schon der 14CMethode von einigen Jahrzehnten bei einer Zeitspanne von 2000 Jahren schließt eine exakte Datierung aus. Letztlich kommt es darauf an, wessen Inhalt eher dem gesamten Bibelkanon entspricht. Das bringt uns dann automatisch zu einer ann├Ąhernden zeitlichen Einordnung.

Diese Änderungen in Versen von Pergamenten des alexandrinischen Texttyps sind vielf├Ąltig. Sie sind großteils sinnentstellend, sinnbefreiend, paradox oder anderweitig nicht mit dem Bibelkanon zu vereinen. Einige gleich folgende Beispiele sollen hier gen├╝gen, um den Vorsatz dieser Verschlimmbesserungen aufzudecken.

F├╝r die folgende große Tabelle zeige ich die Unterschiede vom einst weitestverbreiteten textus receptus zum neuesten alexandrinischen Texttyp an. Die Texte entnahm ich ggf. (z.B. bei Joh 7:538:11) dem Fußnotenapparat von Bibel├╝bersetzungen, die dem alexandrinischen Texttyp folgen, deren Übersetzer aber noch nicht den großen Sprung wagen konnten, den Text komplett fallenzulassen.

Dies entspricht der empfohlenen Vorgehensweise des Satanisten, vorgeblichen Protestanten, Evolutionisten, Freimaurers und Bibelhassers Fenton John Anthony Hort, wie man es bei Durchsicht seiner veröffentlichten Korrespondenz leicht in Erfahrung bringen kann. Ich komme im n├Ąchsten Abschnitt noch einmal auf ihn zu sprechen. Kennen Sie das Beispiel mit dem Frosch im Wasser? Genauso wird hier vorgegangen – Schritt um Schritt, mit fast unmerklich winzigen Änderungen wird die Bibel verf├Ąlscht, bis es kein Zur├╝ck mehr gibt.

Wie so h├Ąufig bei der Anwendung manipulativer Methoden anzutreffen, ist fast jede der Änderungen f├╝r sich genommen nicht weltbewegend und könnte als etwas nachl├Ąssige Übersetzung betrachtet werden, als ein Versehen oder als Folge bereits vorhandener Verf├Ąlschungen, von denen man abschreibt.

Wie Sie erkennen können, handelt es sich um Änderungen, die ein Muster aufzeigen. Ein Muster aber bedingt Vorsatz und der lautet: Verw├Ąssern und Verf├Ąlschen der gesamten Lehre in der Schrift. So soll der Leser der heiligen Schrift verwirrt und entmutigt werden, weiter an der Suche nach einem höheren Sinn im Leben teilzuhaben oder gleich von Jahwe abgebracht werden. Es fehlt ein persönliches Verh├Ąltnis zum Schöpfer.

Besonders bemerkenswert finde ich, wie die Welt von diesen beiden Hauptwerken des alexandrinischen Texttyps erfahren haben will. Der „Codex vaticanus graecus 1209“ wurde 1481 im Vatikan „wiederentdeckt“ – gerade so, als ob niemand jemals in diesem Hurentempel eine Inventur durchgef├╝hrt h├Ątte. In welcher Schmuddelecke der Fetzen auch ann├Ąhernd 1000 Jahre derart gut erhalten ├╝berdauert haben soll, muß man sich auch ’mal fragen.

Übrigens war damals Francesco della Rovere Papst Sixtus IV., ein franziskanischer, ausschweifender Nepotist ohne Liebe zum Guten. Wie passend!

1995 wurden dann auch Anmerkungen ├╝ber unsichere Textstellen gefunden. Die Wikipedia nennt sie „Umlaute“. Wer kann mir erkl├Ąren, warum diese Zeichen niemand zuvor entdeckt hat? Jedes Exponat wird ├╝brigens ausf├╝hrlichst fotografiert. Will mir jemand verraten, was auf diesen Bildern zu erkennen ist oder warum die Aufzeichnungen verlorengingen?

Was f├╝r ein ungeheures Gl├╝ck f├╝r die katholische Sekte, daß es nicht nur sie allein war, die seligmachende Botschaft aus ihrem Codex vaticanus f├╝r die Welt bereitzuhalten, sondern auch noch in einer Zeit, in der man sich zum großen Schlag der Gegenreformation vorbereiten konnte.

Auch der Codex sinaiticus wurde rein zuf├Ąllig entdeckt – von Konstantin von Tischendorf ab 1844 im Katharinenkloster auf der Halbinsel Sinai (s. OpenStreetMap, 28° 33′ 21″ N, 33° 58′ 34″ O). Damit wurde er davor bewahrt, als Heizmaterial im Ofen zu landen oder gar abgeschabt als Schreibmaterial f├╝r andere Werke zu dienen. Tats├Ąchlich waren es mehrere Entdeckungen – immer wieder einzelne Bl├Ątter oder ganze Bibelb├╝cher –, die sich bis 1975 (ca. 100 Jahre ├╝ber von Tischendorfs Tod hinaus) erstreckten.

Veröffentlichungen erfolgten 1846 und 1862, die aber wenig Aufsehen erregten. 1869 wanderte der Codex in die kaiserliche Bibliothek in St. Petersburg. Erst Ende 1933 fand er seinen Weg nach London, wo ihn dann Historiker und Theologen im größeren Ausmaß begutachten konnten.

Als Folge der Verbreitung des Codex Vaticanus verabredeten 1853 Brooke Foss Westcott und Fenton John Anthony Hort die Erstellung einer revidierten Ausgabe der christlichgriechischen Schriften, was dann auch 1881 geschah. Das Werk hieß The New Testament in the Original Greek. Das war dann auch das Ende von der reinen Lehre aus dem textus receptus.

Ausgerechnet die hochgepriesene WachtturmOrganisation fiel als erstes ├╝ber den neuen Text nach Westcott und Hort her und ließ ihre Mitglieder bis zur Herausgabe einer eigenen Übersetzung (1950) viele Textstellen mit einem fetten schwarzen Markierer aus der KingJamesVersion ausstreichen! Ist es ein Wunder, daß dabei viele stutzig wurden und diese superfeine Gesellschaft wieder verließen?

Satan (hebr.: Ssatán, dt.: Widersacher) hat ein reges Interesse daran, Zweifel und L├╝gen in den Glauben der Menschen zu streuen, um so viele von ihnen wie möglich zur Aufgabe zu bewegen. Der alexandrinische Texttyp entstand im heidnischen und götzendienerischen Ägypten, wo eine große Gemeinde an Israeliten im Land verstreut lebte.

Schlau von Satan war es allemal, sich das As einer verf├Ąlschten Schrift im Ärmel zu behalten und erst dann zum Einsatz zu bringen, wenn es benötigt wurde. Fast alle heutigen Bibeln geben somit den alexandrinischen Texttyp wieder, nachdem bis fast 1900 nur der textus receptus allgemein bekannt und verbreitet war.

Dean Burgon z.B. war ein unter Bibelkritikern weithin bekannter Experte f├╝r eben diese Unterschiede der Bibeltexte. Seine Liste der Änderungen und Löschungen an Textmaterial aus dem textus receptus mitsamt Kommentaren dazu kann heute noch eingesehen werden und ist auch f├╝r jeden Gl├Ąubigen immer ein paar Stunden der Recherche wert!

Stammbaum

Der Stammbaum der hebr├Ąischaram├Ąischen Schriften ist derzeit nicht aufstellbar, da die Sopherim etwa bis zum Jahr 100 die Fixierung durchf├╝hrten und jeden anderen Text feierlich als unbrauchbar begruben. Diese Textschnipsel sind l├Ąngst verrottet. Die Massoreten dagegen haben keine mir bekannten gewichtigen Ver├Ąnderungen am Text vorgenommen – von der vors├Ątzlich falschen Vokalisierung des Gottesnamens abgesehen.

Nebenbei bemerkt: Die deutsche Wikipedia ist, was das Bibelstudium und besonders die Bibelforschung angeht, auf einem ganz bedauernswerten Niveau. Einen Artikel ├╝ber die Massoreten z.B. gibt es nicht und auch nicht einen ├╝ber die Unterschiede von textus receptus zu alexandrinischer Textart. Also muß man die englischsprachige Wikipedia nutzen.

Im Falle der christlichgriechischen Schriften sieht die Situation anders aus. Hier haben sich im Verlauf von etwa 200 Jahren folgende Texttypen entwickelt:

  • textus receptus
  • Mehrheitstext
  • westlicher Texttyp
  • alexandrinischer Texttyp

Die beiden erstgenannten Texttypen enthalten mit einigen Abweichungen und verschiedenen Lesarten die gesamten 27 B├╝cher der christlichgriechischen Schriften. (Auf die hebr├Ąischaram├Ąischen Texte und die Apokryphen gehe ich hier nicht n├Ąher ein.) Dies trifft im wesentlichen auch auf den westlichen Typ zu, der aber etwas st├Ąrkere Abweichungen ausweist. Allein der alexandrinische Typ f├Ąllt aus der Reihe, indem an hunderten von Stellen Texte fehlen oder sinnentstellend umgeschrieben wurden.

Bedauerlicherweise wird ausgerechnet dieser alexandrinische Typ f├╝r den ├Ąltesten gehalten und viele Bibelkommentatoren und Forscher klassifizierten seine beiden Hauptwerke Codex sinaiticus und Codex vaticanus als besonders wertvoll. Dabei ist doch wohl klar, welcher Codex der bibelgetreu ├╝berlieferte ist. Einige hundert Fragmente der alexandrinischen Textart stehen einigen tausend des textus receptus gegen├╝ber. Eine Kostprobe der Unmenge an Verf├Ąlschungen konnten Sie ja bereits lesen.

Muß man eigentlich mehr als acht Kanister Theologie studiert haben, um diese offensichtlichen Verbrechen an Gottes Wort f├╝r vorteilhaft zu halten? Vielleicht kann man sich auf keine andere Weise einen Namen in der Wissenschaftsgemeinde machen, als Jahwe zu verleumden. Siehe dazu Off 22:19 und Jak 4:4.

Kurzer Abstecher in die Vulgata, die ja auch schon vom ├Ągyptischen Heidentum beeinflußt war:

fide Iacob moriens singulis filiorum Ioseph benedixit et adoravit fastigium virgae eius

Heb 11:21 Xiphos, Vulgata

Übersetzung nach meinen Lateinkenntnissen: „Als Jakob sterbend jeden der Söhne Josephs segnete, betete er die Spitze seines Stabes an“. Es darf gelacht werden! Übrigens: kann ’mal jemand meine Übersetzung verifizieren?

Ist Jesus Gott?

Dieses Thema scheint mir ein besonders heißes Eisen zu sein. Aus meiner Zeit bei der WachtturmOrganisation ist mir bekannt: Jesus ist der Sohn Gottes, nicht Gott selbst. Damit ist Jesus ein, aber nicht der Gott bei der Verwendung von Gott im eigentlichen Sinn, „M├Ąchtiger“. Gott ist der Vater Jesu, Jahwe. Was die Kathoholiker und Protestotanten ansagten, war mir immer egal. Sie bieten keinerlei Vertrauensw├╝rdigkeit. Ich st├╝tze mich allein auf die Bibel.

W├Ąhrend der thematischen Auseinandersetzung mit den Lehren der SiebentenTagsAdventisten und speziell mit den Ansichten von Prof. Walter Veith aus S├╝dafrika geriet ich jedoch in Kontakt mit der Ansicht, Jesus sei Gott und damit Sohn und Vater in einer Person.

Diese Zweieinigkeit wird so vehement vertreten und mit Argumenten unterlegt, daß ich mich doch an die Recherche mache, was nun wahr ist.

Eine besondere Schwierigkeit besteht darin, daß zu den Verf├Ąlschungen des Bibeltextes durch die alexandrinische Textart die der Sopherim hinzukommt. Diese geschah bereits w├Ąhrend 200 oder 300 Jahren bis etwa 100 u.Z. und f├╝hrte zur Fixierung des hebr├Ąischaram├Ąischen Textes. Jede andere Variante wurde durch die Sopherim vernichtet.

Da die Sopherim aber nun an vielen Stellen יהוה („Jahwe“) durch אדני („Adhonaj“) oder אלוהים („Elohim“) austauschten, kann man heute keine eindeutige Aussage mehr dar├╝ber treffen, welches Wort im Urtext an welcher Stelle stand. Texte, die einen Unterschied zwischen dem Gottesnamen und einem der Titel herausstellten, sind nun somit wertlos. Ein Beispiel daf├╝r ist Spr 8:22.

Jehova selbst brachte mich als den Anfang* hervor,# als das fr├╝heste seiner Werke vor alters.

* „Als den Anfang“. Hebr.: re’schíth; gr.: archén; weder bere’schíth (hebr.) noch en archéi (gr., sprich: en arché), wie in 1Mo 1:1; TSyVgc(lat.: in initio): „im Anfang“.
# „Brachte mich ... hervor“. Hebr.: qanáni; TLXX(gr.: éktisen me) Sy: „erschuf mich ...“; lat.: possedit me, „besaß mich ...“ Siehe 1Mo 14:19, Fn.

Spr 8:22 mit Fußnote Xiphos, NeueWeltÜbersetzung (1986)

Dominus possedit me initium viarum suarum antequam quicquam faceret a principio

Spr 8:22 Xiphos, Vulgata

יהוה – קבבי ראשית דרכו קדם מפעליו מאז

Spr 8:22 Xiphos, AleppoCodex

Die grunds├Ątzliche Herausforderung besteht auch erst einmal darin, die Verfechter der These Jesus = Gott davon zu ├╝berzeugen, daß sie selbst nach Ausschluß der alexandrinischen Textarten noch immer ein Problem mit der Fixierung der hebr├Ąischaram├Ąischen Schriften durch die Sopherim haben.

Die beiden Möglichkeiten, dieses Desaster aufzulösen, sind erstens glaubw├╝rdige Kopien oder Übersetzungen (Peschitta?) von hebr├Ąischaram├Ąischen Texten vor der Fixierung durch die Sopherim und zweitens neue Funde solcher Kopien und Übersetzungen. In die Peschitta allerdings habe ich mich noch nicht eingearbeitet.

Man möge es mir vergeben, denn ich bin als Elektroniker und Programmierer nicht der Sprachen sondern der Zahlentyp. Wer also ├╝ber Kenntnisse des Ostaram├Ąischen verf├╝gt und an einen möglichst alten Text der Peschitta herankommt, möge sich bitte bei mir melden.

Der große Vorwurf speziell an die WachtturmOrganisation lautet ja, Joh 1:1 verf├Ąlscht zu haben. Sehen wir uns den Vers an:

Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war ein Gott.

Joh 1:1 Xiphos, NeueWeltÜbersetzung (1986)

Beachten Sie die Setzung der Wörter „Wort“ und „Gott“ in Kapit├Ąlchen – außer dem letzten Vorkommen. Im KoineGriechischen gibt es keine unbestimmten Artikel, weswegen so viele Übersetzer in die Denkfalle tappen und deshalb „und das Wort war Gott“ schreiben. Damit glauben sie, im Sinne Christus’ gehandelt zu haben, Vater und Sohn gleichgesetzt zur selben Person vereint zu haben – eine Zweieinigkeit entsteht! Daß Vater und Sohn zwei getrennte Personen sind, geht auch aus dem Teil „und das Wort war bei Gott“ hervor. Der Text lautet im Original ├╝brigens:

εν αρχη ην ο λογος και ο λογος ην προς τον θεον και θεος ην ο λογος

Joh 1:1 Xiphos, textus receptus (1550/1894)

Über dieses Problem haben sich schon ganz andere Köpfe als ich Gedanken gemacht und kamen zu durchaus nachvollziehbaren Lösungen:

In the beginning was the Word, and the Word was with God, and the Word was fully God.

Or "and what God was the Word was." Colwell’s Rule is often invoked to support the translation of θεος (qeos) as definite ("God") rather than indefinite ("a god") here. However, Colwell’s Rule merely permits, but does not demand, that a predicate nominative ahead of an equative verb be translated as definite rather than indefinite. Furthermore, Colwell’s Rule did not deal with a third possibility, that the anarthrous predicate noun may have more of a qualitative nuance when placed ahead of the verb.

A definite meaning for the term is reflected in the traditional rendering "the word was God." From a technical standpoint, though, it is preferable to see a qualitative aspect to anarthrous θεος in John 1:1c (ExSyn 26669). Translations like the NEB, REB, and Moffatt are helpful in capturing the sense in John 1:1c, that the Word was fully deity in essence (just as much God as God the Father). However, in contemporary English "the Word was divine" (Moffatt) does not quite catch the meaning since "divine" as a descriptive term is not used in contemporary English exclusively of God.

The translation "what God was the Word was" is perhaps the most nuanced rendering, conveying that everything God was in essence, the Word was too. This points to unity of essence between the Father and the Son without equating the persons.

However, in surveying a number of native speakers of English, some of whom had formal theological training and some of whom did not, the editors concluded that the fine distinctions indicated by "what God was the Word was" would not be understood by many contemporary readers. Thus the translation "the Word was fully God" was chosen because it is more likely to convey the meaning to the average English reader that the Logos (which "became flesh and took up residence among us" in John 1:14 and is thereafter identified in the Fourth Gospel as Jesus) is one in essence with God the Father. The previous phrase, "the Word was with God," shows that the Logos is distinct in person from God the Father.

And the Word was fully God. John’s theology consistently drives toward the conclusion that Jesus, the incarnate Word, is just as much God as God the Father. This can be seen, for example, in texts like John 10:30 ("The Father and I are one"), 17:11 ("so that they may be one just as we are one"), and 8:58 ("before Abraham came into existence, I am"). The construction in John 1:1c does not equate the Word with the person of God (this is ruled out by 1:1b, "the Word was with God"); rather it affirms that the Word and God are one in essence.

Joh 1:1 mit Fußnote Xiphos, New English Translation (free version)

Damit ist klar, daß Joh 1:1 sehr wohl mit dem unbestimmten Artikel im Deutschen ├╝bersetzt werden kann. Wem selbst das nicht gen├╝gt, braucht sich nur einmal die Textstellen Mar 6:49, 11:32, Joh 4:19, 6:70, 8:44, 9:17, 10:1, 10:13, 10:33, 12:6 ansehen und ich könnte auch noch eine Menge mehr davon heraussuchen, die alle ein singularisches artikelloses Pr├Ądikatsnomen enthalten und deshalb auch in anderen Bibel├╝bersetzungen anstandslos mit einem unbestimmten Artikel versehen werden.

Unter Kritikern, deren Erkenntnis aus der Bibel ferner ein ziemlich groteskes Bild abgeben muß, kursiert gar die Meinung, der unbestimmte Artikel sei gar keiner, sondern ein Zahlwort. Sie heben darauf ab, die Beweggr├╝nde der NWÜÜbersetzer umzudeuten, indem sie in das Wort „ein“ einen Bedeutungsunterschied zu „zwei“ oder mehr Göttern hineininterpretieren. Dadurch wird nach solcher Interpretation der unbestimmte Artikel zu einer illegalen Einf├╝gung in den Text. Wie kann man sich nur so in seinem Wahn versteigen?

Mar 15:39 bezeugt, daß Jesus der Sohn ist; genauso Joh 8:54. In 1Mo 1:26 steht „wir“. Wer ist das, wenn Jahwe und Jesus dieselbe Person sind? Spr 8:22 ist bereits erw├Ąhnt, doch lohnt es sich, bis Vers 36 zu lesen! Jesus (der „Werkmeister“, ausf├╝hrendes Organ Jahwes in der Schöpfung) und Jahwe werden darin als getrennte Personen erw├Ąhnt. In Jes 42:1ff sehen wir Jesu Wesen prophetisch beschrieben.

Jahwe hat laut Joh 3:16 sogar seinen Sohn f├╝r die Menschen gegeben, damit diese ewiges Leben haben können. In Joh 10:3337 nahmen die Schriftgelehrten an, Jesus wolle sich zum Gott machen. Heute werden solche Gl├Ąubige angefeindet, die ihn als gott├Ąhnlich sehen, sie wollten ihn zu einem gewöhnlichen Menschen herabstufen. Kommen wir zu einem anderen Vers, der das Verh├Ąltnis von Vater zu Sohn beschreibt:

Und dem Engel der Versammlung in Laodic├Ąa schreibe: Dieses sagt der Amen, der treue und wahrhaftige Zeuge, der Anfang der Schöpfung Gottes

Off 3:14 Xiphos, Darbys unrevidierte Elberfelder (1905)

Da wir wissen, daß nichts aus sich selbst heraus entstehen kann und zur Schöpfung erst einmal ein Schöpfer da sein muß, kann Jesus nicht der Schöpfer sein, sondern ist die Schöpfung.

S├Ąmtliche weiteren von mir genutzten Bibelausgaben haben gleichlautende Aussagen zum Abstammungsverh├Ąltnis Jesu und Jahwes. Jesus ist erschaffen, das erste Schöpfungswerk. Wie aus anderen Versen hervorgeht, ist jede weitere Schöpfung durch Jesus ins Dasein gekommen.

Ich höre schon die Rufer, ich solle mich nicht auf nur eine und erst recht nicht auf die Bibel├╝bersetzung der WachtturmOrganisation verlassen. Alsdenn; ich nutze u.a. folgende Bibel├╝bersetzungen: GerAlbrecht, GerElb1871, GerElb1905, GerGruenewald, GerLut1545, GerNeUe, GerNWT, GerReinhardt, GerSch, GerTafel, GerTextbibel, ABP, ESV, KJV, NETfree, NWT, Wycliffe, SpaRV, SpaRV1909, SpaRVG, SpaSEV, SpaTNM, FreBBB, FreCrampon, FreKhan, Wulfila, VulgClementine, Vulgate, Vulgate_HebPs, UMGreek, ABPGRK, LXX, TR, RusMakarij, RusSynodal, Aleppo, HebModern, OSHB, OSMHB und viele weitere Übersetzungen in etliche Sprachen wie G├Ąlisch, Niederl├Ąndisch, Italienisch, Portugiesisch, Litauisch, Ungarisch, Kroatisch, Norsk Bokmål, Urdu mit DevanagariSchrift, Mandarin, Quetchua und Esperanto. Selbst hier bin ich noch nicht fertig mit der Aufz├Ąhlung, aber den Rest lassen wir ’mal. Außerdem hat meine Schwester eine LutherÜbersetzung von 1912, die ich sporadisch konsultiere. Noch Fragen, Kienzle?

In keiner dieser vielen Bibelausgaben wird die Erschaffung Jesu geleugnet! Jetzt ein Beweistext, den Adventisten schwerlich widerlegen können werden:

13 Er hat uns der Gewalt der Finsternis entrissen und in das Reich seines vielgeliebten Sohnes versetzt. 14 In ihm haben wir Erlösung durch sein Blut, die Nachlassung der S├╝nden. 15 Er ist das Abbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene vor aller Schöpfung; 16 denn in ihm ist alles erschaffen, was in den Himmeln und auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare, seien es nun Throne oder Herrschaften oder M├Ąchte oder Kr├Ąfte. Das alles ist durch ihn und f├╝r ihn erschaffen; 17 er selber ist jedoch vor allem, und alles hat in ihm Bestand. 18 Er ist das Haupt des Leibes, der Kirche; er ist der Anfang und der Erstgeborene von den Toten, um so den Vorrang in allem zu besitzen. 19 Und Gott gefiel es, daß die ganze F├╝lle in ihm wohne, 20 und er durch ihn das All auf ihn hin versöhne, was auf Erden und im Himmel ist, indem er durch sein Blut am Kreuze Frieden stiftete.

Kol 1:1320 Xiphos, Gr├╝newaldbibel (1924)

Eindeutig: Jesus ist der Sohn, omnipotent, erste Schöpfung und Werkzeug Gottes zur Schöpfung aller weiteren Dinge im All – und der Vater ist eine andere, von Jesus getrennte Person. Kommen wir zu einer der Bibelstellen, die von Prof. Veith als St├╝tze f├╝r seine Zweieinigkeitstheorie angesehen wird:

16 Und siehe, einer trat zu ihm und sprach: Guter Meister, was soll ich Gutes tun, daß ich das ewige Leben möge haben? 17 Er aber sprach zu ihm: Was heißest du mich gut? Niemand ist gut denn der einige GOtt. Willst du aber zum Leben eingehen, so halte die Gebote.

Mat 19:1617 Xiphos, Unrevidierte LutherÜbersetzung (1545)

Stehe ich auf der Leitung? Wie kann man in den Text hineininterpretieren, Jesus spreche von sich selbst als „GOtt“, also Schöpfer? Probieren wir Apg 2:32:

Diesen Jesus hat Gott auferweckt; dessen sind wir alle Zeugen.

Apg 2:32 Xiphos, Gr├╝newaldbibel (1924)

Wie uns 1Mo 2:7, Pr 9:5, 10, Hes 18:4 und viele weitere Texte lehren, ist kraftlos und ohne jedes Bewußtsein, was gestorben ist. Jesus war Teile von drei Tagen in dem, was die Katholiken Hölle nennen, den hades oder schlicht Tod. Wer hat denn Jesus auferweckt, wenn er der Schöpfer ist? Wir sehen bereits, daß die Zweieinigkeitstheorie Nietzsches gottentehrender These „Gott ist tot“ Vorschub leistet und damit von der Erkenntnis Gottes wegf├╝hrt.

deren die V├Ąter sind, und aus welchen, dem Fleische nach, der Christus ist, welcher ├╝ber allem ist, Gott, gepriesen in Ewigkeit. Amen.

Rö 9:5 Xiphos, Elberfelder Bibel (1871)

Da es in antiken Schriften keine Interpunktion gibt, kann man genauso einen Punkt oder Doppelpunkt statt eines Kommas vor „Gott“ setzen. Das Ergebnis ist genauso legitim und lautet:

denen die Vorv├Ąter angehören und von denen der Christus dem Fleische nach [abstammt]: Gott, der ├╝ber allen ist, [sei] gesegnet immerdar. Amen.

Rö 9:5 Xiphos, NeueWeltÜbersetzung (1986)

Ähnlich dr├╝cken sich weitere Übersetzungen aus, z.B. die ABP und die hochgelobte KingJamesÜbersetzung. Der textus receptus l├Ąßt diese Lesart zu und inhaltlich paßt die Übersetzung zum gesamten Bibelkanon und damit auch zu einem etwas sp├Ąter erscheinenden Vers:

5 Gott aber, der Ausdauer und Trost verleiht, gew├Ąhre euch, im Sinne Christi in Eintracht zu leben, 6 damit ihr einm├╝tig wie mit einem Mund den Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus preist.

Rö 15:56 Xiphos, AlbrechtBibel (1920)

Wenn n├Ąmlich je nach Übersetzung – noch dazu im selben Bibelbuch! – einmal gesagt wird, Jesus sei Gott und Jesus sei Gottes Sohn, so muß man fragen d├╝rfen, was mit solch einer Argumentation bezweckt werden solle oder wie denn der Geisteszustand des Übersetzers einzusch├Ątzen sei.

Du aber, was richtest du deinen Bruder? oder auch du, was verachtest du deinen Bruder? Wir werden ja alle vor den Richterstuhl Christus treten.

Rö 14:10 Xiphos, Tafelbibel (1911)

Dies ist ein weiterer Text, der gern zur Widerlegung der WachtturmOrganisation herangezogen wird. In der NeuenWeltÜbersetzung heißt es „Richterstuhl Gottes“ – wie in vielen anderen Übersetzungen auch. Das ist unschön; inhaltlich aber ├Ąndert sich nichts, denn Jesus ist der von seinem Vater eingesetzte Richter ├╝ber die Welt. Damit ist der Richterstuhl Gottes auch der des Christus. Oder wollte Prof. Veith die WachtturmOrganisation der Gleichsetzung von Christus und Gott bezichtigen? Bedaure, Herr Professor, das war ein Rohrkrepierer!

7 Denn drei sind, die da zeugen im Himmel: der Vater, das Wort und der Heilige Geist, und diese drei sind eins. 8 Und drei sind, die da zeugen auf Erden: der Geist und das Wasser und das Blut, und diese drei sind eins.

1Jo 5:78 Xiphos, Tafelbibel (1911)

„sind eins“ kann auch (und nicht mißverst├Ąndlich) mit „sind in Übereinstimmung“ wiedergegeben werden. Damit entgeht man dem Anschein einer Dreieinigkeit, die sonst auch nirgends in der heiligen Schrift gest├╝tzt wird. 1Jo 5:78 widerlegt sogar die Zweieinigkeitstheorie der Adventisten und anderer Religionsgemeinschaften! Ist das jetzt das endg├╝ltige Argument gegen die biblische Lehre von getrennten Personen oder kommt da noch etwas?

Eine Bibel├╝bersetzung, die so weit von Originaltext abweicht, wie ich es bei all den bereits gesehenen Schandtaten nie erlebte, ist die „Hoffnung f├╝r alle“. Inhaltlich richtig, aber textuell verf├Ąlscht, schreibt sie f├╝r 1Jo 5:78:

7 F├╝r Jesus Christus als den Sohn Gottes sprechen also drei Zeugen: 8 Gottes Geist, das Wasser der Taufe und das Blut, das Jesus am Kreuz vergossen hat. Alle drei Zeugen stimmen in ihrer Aussage völlig ├╝berein.

1Jo 5:78, Hoffnung f├╝r alle

Soviel dazu. Jetzt ein weiterer Text:

5 Bewahrt diese Gesinnung, die auch in Jesus Christus war, 6 der, obwohl er in Gottesgestalt existierte, keine gewaltsame Besitzergreifung in Betracht zog, n├Ąmlich um Gott gleich zu sein.

Php 2:56 Xiphos, NeueWeltÜbersetzung (1986)

oder dieser:

und wissen, daß der, so den HErrn JEsum hat auferweckt, wird uns auch auferwecken durch JEsum und wird uns darstellen samt euch.

2Ko 4:14 Xiphos, Unrevidierte LutherÜbersetzung (1545)

oder der noch:

Der Gott und Vater des Herrn Jesus, der gelobt ist in Ewigkeit, weiß, daß ich nicht l├╝ge.

2Ko 11:31 Xiphos, SchlachterBibel (1951)

Bei diesen Versen möchte ich sehen, wie die Gott untergeordnete Stellung Jesu geleugnet wird! Ich vermute, einer Erkl├Ąrung wird eher aus dem Weg gegangen.

Andere Texte gibt es – das will ich gar nicht verschweigen – wie 1Ti 3:16, in denen auch im textus receptus eindeutig als von Gott gesprochen wird, wenn Jesus gemeint ist. Diese sind in der Tat ein Problem, doch können sie keinesfalls die Menge an eindeutigen Beweisen daf├╝r entkr├Ąften oder gar aufwiegen, daß Jesus und Jahwe zwei voneinander getrennte Personen sind. Auch l├Ąßt der Urtext die Interpretation zu, Gott habe sich durch Jesus im Fleisch geoffenbart, was ja auch der Fall ist:

[dem] alleinigen Gott, unserem Retter,* durch Jesus Christus, unseren Herrn, sei Herrlichkeit, Majest├Ąt, Macht und Gewalt f├╝r die ganze vergangene Ewigkeit# und jetzt und bis in alle Ewigkeit. Amen.

*: Wtl.: „[dem] alleinigen Gott, Retter von uns“. Gr.: mónōi theṓi [sprich: mónō theṓ] sōtḗri hēmṓn; lat.: sọli Dẹo salvatọri nọstro.
#: Od.: „Gewalt vor aller Zeit“.

GerNWT Jud 25

Dem einen oder anderen Leser erscheint meine Verteidigung der These, daß Jesus Christus der Sohn, aber nicht der Vater ist, als eine Verteidigung der WachtturmOrganisation oder ihrer NeuenWeltÜbersetzung. Das trifft so aber nicht zu. In erster Linie geht es um die Betrachtung verschiedener, sich gegenseitig widersprechender Thesen.

Um einer Entscheidung n├Ąherzukommen, welche der Thesen wahrscheinlicher richtig ist, braucht man nur das Sparsamkeitsprinzip von Wilhelm von Ockham anzuwenden. Wieviele Annahmen, Ausnahmen, Variablen oder „sonderbare Logik“ muß man aufwenden, um Jesus und Jahwe als dieselbe Person betrachten zu können? Soviel zur Zweieinigkeitstheorie Prof. Veiths.

Mir ist sehr wohl klar, daß die NWÜ eine Ausgeburt des alexandrinischen Texttyps ist und damit einen Großteil derjenigen satanischen Ver├Ąnderungen zum textus receptus enth├Ąlt, die den Inhalt der heiligen Schrift verw├Ąssern. Auch einzelne Manipulationen wie die vors├Ątzliche Falsch├╝bersetzung in Jer 29:10 stören mich enorm – immerhin weiß ich darum und kann gegensteuern.

Einzelne Themen der WTO andererseits d├╝rfen mit meinem Bibelverst├Ąndnis ├╝bereinstimmen. So wird wohl kein gottesf├╝rchtiger Christ leugnen wollen, daß Gott einen Namen hat. Die NWÜ tritt halt besonders stark f├╝r die Verbreitung von Gottes Eigennamen JHVH ein und auch der Sprachstil der NWÜ ist f├╝r heutige Christen (zumindest im Deutschen) leicht lesbar und sehr gut verst├Ąndlich.

Zufrieden muß ich deshalb mit der NWÜ als Ganzes l├Ąngst nicht sein. Ich w├╝nsche mir eine Übersetzung in Deutsch, Englisch und Spanisch, die den Gottesnamen intensiv nutzt, gut lesbar ist und dem textus receptus folgt. Obendrein bin ich der Meinung, daß es an der heiligen Schrift kein Urheberrecht im ├╝blichen weltlichen Sinn geben kann und rege die Veröffentlichung einer solchen Arbeit unter CCBYSA 4.0 an, sodaß Bibelforscher die Übersetzung mit dem Programm Xiphos nutzen können.

Die NWÜ hat wie jede andere Bibel├╝bersetzung ihre Schw├Ąchen und ist damit auf die eine oder andere Weise angreifbar. Sie in Bausch und Bogen zu verdammen, ist genauso wenig zielf├╝hrend, wie den Spieß umzudrehen und die Lutherbibel mit zurechtgelegten Argumenten ’runterzumachen. Zielf├╝hrend kann man so ein Vorgehen nicht nennen!

Mir kann es auch nicht darum gehen, Prof. Veith schlechtzureden. Er ist zweifelsohne ein guter Lehrer und seine Forschungsergebnisse sprechen ohnehin f├╝r sich. Er ist viel in der Welt unterwegs, um in Vortr├Ągen biblische Erkenntnisse zu verbreiten. Aufgrunddessen achte ich ihn und sein Ansinnen sehr. Daß er die Aufzeichnungen dieser Vortr├Ąge vermarktet, um sich zu finanzieren, ist da nur legitim.

Wenn er allerdings ├╝ber die Aussagen der Bibel hinausgeht und sich zur Konstruktion einer Zweieinigkeit versteigt, muß es auch gestattet sein, die Fehler in seiner Lehre aufzudecken. Selbst hat er ja auch kein Problem damit, z.B. die NeueWeltÜbersetzung ├╝ber dem Maß anderer Übersetzungen zu verurteilen. Wenn ihn so stört, daß die NWÜ als erstes das Machwerk von Westcott und Hort ├╝bernahm, muß er auch fairerweise andere Bibelgesellschaften anprangern, dem Gottesnamen יהוה nicht den geb├╝hrenden Platz einzur├Ąumen!

So unnötig f├╝r einen Lehrer seines Kalibers, greift auch er zu Polemik, indem er den Vertretern von der Trennung zwischen Jahwe und Jesus nachsagt, diese wollten Jesus zu einem gewöhnlichen Menschen degradieren. Jesus ist der Anfang der Schöpfung und steht in der ganzen Schöpfung ganz klar an oberster Stelle. Er ist der Mittler, ohne den niemand den Vater erreicht (Joh 14:6). Ich finde es so schade, daß Prof. Veith klar ├╝bertreibt und dabei versucht, seinerseits eine unbiblische und gottentehrende Lehre als biblisch verankert durchzusetzen. Genug jetzt.

Nicht jeder kann oder will soviel Zeit aufwenden, sich in die verschiedenen Bibel├╝bersetzungen in mehreren Sprachen einzuarbeiten. Gerade f├╝r solche Leute ist eine von vorn herein erfolgte Übersetzung wie oben beschrieben sinnvoll. Auch f├╝r Fortgeschrittene bietet sie die erhebliche Erleichterung, nicht mehr alles und jedes mit anderen Übersetzungen gegenpr├╝fen zu m├╝ssen.

Man darf gespannt sein, was das anstehende Sabbatverbot und gleichzeitige Sonntagsgebot bringen wird. Erwartungsgem├Ąß wird der okkulte Anteil in alexandrinisch orientierten Bibelausgaben zunehmen. Sollte man da nicht gegensteuern?

Hierbei strebe ich nach einer strukturtreuen – und nur dort, wo ein Text nicht gut in westliche Sprachen ├╝bersetzbar ist, zumindest sinntreuen –, medienvarianten Übersetzung. Ziel ist also die Erstellung einer „Online“Ausgabe im Netz mit ├╝ber 100.000 Querverweisen und ├╝ber 10.000 Fußnoten, wie man sie in der Studienausgabe der NWÜ findet, und einer ebenso gut ausgestatteten Ausgabe f├╝r Bibelstudienprogramme wie Xiphos. Das Werk soll unter einer passenden Lizenz stehen wie CCBYSA 4.0 International.

Ich bitte um Kontaktaufnahme zur Koordination der Aufgaben, eine gute Bibel├╝bersetzung anzufertigen. Nicht, daß mich jemand f├╝r größenwahnsinnig h├Ąlt: Mit den heutigen Möglichkeiten der IT ist das Verfassen eines literarischen Werkes von ca. 2MB Größe und unter Einsatz einiger recherchierender Mitarbeiter in einigen Monaten zu schaffen! Solche Arbeit muß man nicht Bibelverlagen ├╝berlassen, die sich dann an der Vermarktung gesundstoßen!

Nun muß sich jeder Leser fragen, wie er zu יהוה steht. Ist es nicht ein Trauerspiel, sogar ein Armutszeugnis, daß es im Jahr 2016 noch immer keine freie Bibel├╝bersetzung mit guter Lesbarkeit und Strukturtreue, mit W├╝rdigung des Gottesnamens und des urspr├╝nglichen textus receptus in den christlichgriechischen Schriften gibt? Die notwendige Technologie, um solch eine anspruchsvolle Übersetzung herzustellen, ist sicher nicht der Punkt. Viele Menschen sind einfach zu bequem, um sich einmal den Aufwand zu treiben, sich das richtige Werkzeug anzufertigen, um damit fortan sehr viel effizienter zu arbeiten. Packen wir es jetzt also an?

Wie stark weicht die NeueWeltÜbersetzung vom textus receptus ab?

3.3.2014 Hierzu habe ich mir die Arbeit gemacht und die notwendigen Belege daf├╝r zusammengetragen, daß die christlichgriechischen Schriften in der NeuenWeltÜbersetzung der WachtturmOrganisation stark mit den alexandrinischen Verf├Ąlschungen durchseucht sind. Ich orientierte mich dabei an der Tabelle im PDFDokument „300 wichtige Ver├Ąnderungen im Text des NT“ von Rudolf Ebertsh├Ąuser. Die Pr├╝fung ergab 97,33% Durchseuchung. Warum Herr Ebertsh├Ąuser diese in Deutschland ebenfalls weit verbreitete Bibel nicht in seine Auflistung aufnahm, ist mir allerdings ein R├Ątsel.


Mat: 35 Stellen
1:18, 1:25, 5:22, 5:44, 6:1, 6:13, 8:29, 9:13, 12:35, 12:47, 13:51, 15:8, 16:3, 16:20, 17:21, 18:11, 18:15, 19:9, 19:1617, 20:7, 20:16, 20:2223, 21:44, 22:30, 23:8, 23:14, 24:7, 24:36, 25:13, 25:31, 26:28, 27:24, 27:34, 27:35, 28:6
Mar: 27 Stellen
1:1, 1:2, 1:14, 2:17, 3:29, 4:11, 6:11, 7:2, 9:24, 9:29, 9:42, 9:44, 9:4546, 9:49, 10:6, 10:7, 10:21, 10:24, 11:10, 11:26, 13:14, 13:33, 14:22, 14:24, 14:68, 15:28, 16:920
Luk: 28 Stellen
1:28, 2:14, 2:33, 2:43, 4:4, 4:8, 4:18, 4:41, 7:31, 8:48, 9:35, 9:5556, 9:57, 11:24, 14:5, 17:3, 17:36, 22:4344, 22:64, 23:34, 23:42, 24:6, 24:12, 24:36, 24:40, 24:46, 24:51, 24:52
Joh: 17 Stellen
1:18, 1:27, 3:13, 4:42, 5:34, 5:30, 6:47, 6:65, 6:69, 7:8, 7:538:11, 8:59, 9:35, 16:16, 17:11, 17:17, 21:15
Apg: 34 Stellen
2:30, 2:47, 3:20, 6:3, 7:30, 7:37 (NA+Fn/NA), 8:37, 9:56, 9:28, 10:6, 10:21, 10:30, 13:1920, 13:42, 15:11, 15:1718, 15:24, 15:34, 16:31, 17:26, 17:30, 18:5, 18:21, 19:4, 19:10, 20:21, 20:25, 20:28, 21:25, 22:16, 24:68, 26:30, 28:16, 28:29
Rö: 15 Stellen
1:16, 1:29, 1:31, 6:11, 8:1, 9:31, 9:32, 10:15, 10:17, 11:6, 13:9, 14:6, 14:9, 14:10, 15:29, 16:24
1Ko: 20 Stellen
2:4, 2:10, 2:13, 3:3, 4:6, 5:5, 5:7, 6:20, 7:3, 7:5, 9:18, 10:9, 10:28, 11:24, 11:29, 12:3, 12:13, 14:37, 15:47, 16:22
2Ko: 6 Stellen
4:10, 4:14, 5:17, 5:18, 11:31, 12:9
Gal: 7 Stellen
1:15, 3:1, 3:17, 4:7, 5:1921, 6:15, 6:17
Eph: 8 Stellen
1:18, 3:9, 3:14, 4:6, 5:9, 5:21, 5:30, 6:12
Php: 3 Stellen
1:1617, 3:16 (TR/NA), Php 4:13
Kol: 6 Stellen
1:2, 1:14, Kol 2:2, 2:11, 2:18, 3:6
1Th: 5 Stellen
1:1, 2:19, 3:11, 3:13, 5:27
2Th: 5 Stellen
1:8, 1:12, 2:2, 2:4, 2:13
1Ti: 10 Stellen
1:1, 1:17, 2:7, 3:3, 3:16, 4:12, 5:21, 6:5, 6:7, 6:19
2Ti: 4 Stellen
1:11, 2:19, 4:1, 4:22
Tit: 2 Stellen
1:4, 2:7
Phm: 1 Stelle
6
Heb: 9 Stellen
1:2, 1:3 (TR/NA), 2:7, 3:1, 3:6, 7:21, 8:12, 10:9, 10:34
Jak: 6 Stellen
1:12, 2:18, 2:20, 3:9, 4:4, 5:16
1Pe: 9 Stellen
1:22, 1:23, 2:2, 3:15, 3:16, 4:1, 4:14, 5:11, 5:14
2Pe: 4 Stellen
1:21, 2:17, 3:2, 3:10
1Jo: 10 Stellen
1:7, 2:7, 2:20, 3:1, 3:5, 3:14, 4:3, 4:19, 5:78, 5:13
2Jo: 1 Stelle
3
3Jo: 1 Stelle
7
Jud: 4 Stellen
1, 4, 2223, 25
Off: 22 Stellen
1:56, 1:8, 1:11, 2:15, 5:910, 5:14, 8:13, 11:17, 12:17, 14:5, 15:2, 15:3, 16:5, 16:17, 19:1, 20:9, 20:12, 21:24, 22:6, 22:14, 22:19, 22:21

Legende:
TR, TR+Fn, AT, AT+Fn, NA, NA+Fn
TR = textus receptus,
AT = anderer Text,
NA = NestleAland
Fn = Fußnote

Die Ausz├Ąhlung ergibt gerade einmal acht Stellen, die mit dem textus receptus nach Lesung von Herrn Rudolf Ebertsh├Ąuser ├╝bereinstimmen. Das sind schlappe 2,67%!

Viele der Vorkommen mit AT oder AT+Fn sind Einsetzungen des Gottesnamens an Stellen, die bisher mit „Herr“ oder „Gott“ verst├╝mmelt waren. Ansonsten sind es Pr├Ązisierungen oder ge├Ąnderter sprachlicher Ausdruck. Selbst unter Ber├╝cksichtigung aller dieser 11 Verse kommt man noch immer auf ein desaströses Maß an Durchseuchung – und wohlgemerkt: nur f├╝r diese 300 Stellen betrachtet!

Sie sehen also: Es wird sich lohnen, eine Bibel├╝bersetzung anzufertigen, die alle diese Schw├Ąchen nicht hat. Nochmal: Wer zieht mit? Alleine schaffe ich solch ein größeres Projekt nicht in zumutbarer Zeit!

Eine neue Übersetzung?

BuchUmfangBuchUmfang
1Mo71Jer83
2Mo60Klg11
3Mo46Hes75
4Mo59Da23
5Mo54Hos, Joel, Am, Ob, Jon, Mi, Nah, Hab, Ze, Hag, Sach, Mal62
Jos, Ri, Ru75
1Sa47Mat43
2Sa41Mar27
1Kö46Luk46
2Kö44Joh34
1Ch40Apg45
2Ch50Rö, 1Ko, 2Ko49
Esr, Ne, Est45Gal, Eph, Php, Kol, 1Th, 2Th, 1Ti, 2Ti, Tit, Phm, Heb52
Hi47
Ps 1–7257Jak, 1Pe, 2Pe, 1Jo, 2Jo, 3Jo, Jud22
Ps 73–15066
Spr35Off22
Pre, Hoh17Bibliothekar
Jes75Koordinator f. IT

Tab. 2: Seitenumfang von Bibelb├╝chern zum Absch├Ątzen des aufgenommenen Aufwandes.

11.1.2015 Den Gedanken aus dem letzten Jahr greife ich hier nochmals auf und bestimme den Aufwand f├╝r eine reine Neu├╝bersetzung der heiligen Schrift, sodaß sich niemand in ein Projekt mit unbestimmtem Arbeitspensum gefangengenommen f├╝hlen muß. Hierzu liste ich den Textumfang der deutschen NWÜ in Seiten auf. Die Angaben haben eine Ungenauigkeit von ±1 Seite. Im Falle der christlichgriechischen Schriften kommt die leicht erhöhte Textmenge durch Verwendung des textus receptus statt des noch verwendeten alexandrinischen Texttyps zum Tragen, weswegen grob 510% aufgeschlagen werden sollten.

Wie Sie sehen, habe ich kleine Bibelb├╝cher zusammengeknotet, die inhaltlich zusammenpassen und nach Standardreihenfolge aufeinanderfolgen. Die Psalmen mußte ich teilen. Nun aber stehen 35 w├Ąhlbare Aufgaben zur Verf├╝gung, je nach Qualifikation und Willen zum Arbeitseinsatz.

Eine Wiederholung der Anforderungen an die zu erstellende Übersetzung:

  • strukturtreue, medienvariante Fassung
  • Verwendung des textus receptus statt des alexandrinischen Texttyps
  • Verwendung des Gottesnamens יהוה (dt.: „Jahwe“, engl.: „Yahweh“, sp.: „Yahveh“) an möglichst allen Stellen
  • moderne Zielsprache, durchg├Ąngig z.B. ein deutsches Wort f├╝r ein hebr├Ąisches
  • Übernahme der Verlaufsformen („ging daran, zu antworten“ o.├Ą.)
  • mind. 100.000 VersQuerverweise untereinander
  • mind. 10.000 Fußnoten mit Hintergrundinformation und Verweise in andere Literatur
  • ggf. Schlagwörter, lebender Kolumnentitel, Inhaltsverzeichnis, Konkordanz, Suche, Synonymsuche
  • erste Sprache: Qualit├ĄtsDeutsch (deLatnDE1901),
    zweite Sprache: (britisches) Englisch (enLatnGB),
    dritte Sprache: (europ├Ąisches) Spanisch (esLatnES)
  • durchg├Ąngiger Gebrauch der Standards ISO 6391, ISO 6392/B, ISO 3166, RFC 4646, ISO 15924

Was die Qualifikation der Mitarbeiter angeht, m├╝ssen diese zumindest ├╝ber gute Grundlagen in Hebr├Ąisch (und ggf. Aram├Ąisch) bzw. KoineGriechisch verf├╝gen, sowie Deutsch als erster Zielsprache in Wort und Schrift. Die gel├Ąufige Verwendung von technischen Hilfsmitteln muß ebenfalls als gegeben vorausgesetzt werden.

Die Aufgabe des Bibliothekars ist es, all die vielen benötigten Papyruskopien, Nachschlagewerke, Abhandlungen, Aufs├Ątze usw., die zum Übersetzen notwendig sind, zeitnah zu beschaffen. Der Koordinator sorgt f├╝r eine funktionierende Infrastruktur mit technischen Hilfsmitteln wie einem leicht bedienbaren Betriebssystem, zielf├╝hrenden Programmen, Problembehebung, Datenmigration zwischen Programmen usw.. Diese letzte Rolle w├╝rde ich auf mich nehmen.

Da ich vom Fach bin, ├╝bern├Ąhme ich auch die Erstellung einer Netzpr├Ąsenz mit der Darbietung aller relevanter Fakten. Auch Werbung (Banner, Inserate, GuerillaTaktik, Pressearbeit) gehört dazu, sowie Spenden zu sammeln. Machen wir uns nichts vor: Auch wenn die meisten und größten Posten (wie auch meine eigene Arbeit daran) durch Ehrenamtlichkeit wegfallen, so kostet das Projekt trotzdem Unterhalt f├╝r Leihgeb├╝hren, die Dom├Ąne mit Sicherheitszertifikat usw.. Das Projekt starten m├╝ßte allerdings jemand mit einer Spende, die so groß ist, daß alle Einmalkosten f├╝r 12 Jahre abgedeckt sind. Die muß man zwar einmal durchrechnen, aber mit einem mittleren dreistelligen EuroBetrag muß man auf alle F├Ąlle rechnen.

Wenn man f├╝r jede der Seiten eines Bibelbuches im Durchschnitt einen Arbeitstag ansetzt und einen Tag pro Woche f├╝r dieses Projekt opfert, kommt man auf 1500 Mannwochen oder bei nur 30 Übersetzern auf ein Jahr Arbeit – nat├╝rlich pro Zielsprache. Manche von ihnen brauchen l├Ąnger als andere, einige können vielleicht sogar zwei Tage pro Woche aufwenden, manche ├╝bernehmen Aufgaben und lassen sie liegen. Nach 1½2 Jahren wird dann die erste vollst├Ąndig ├╝bersetzte Version zur Verf├╝gung stehen, bereit f├╝r die Veröffentlichung.

Diese Veröffentlichung wird in einer Weise geschehen, in der der gesamte Text sowohl in Rohform, als auch als XHTML mit fest eingebauten Kapitel und Verszahlen und als XiphosModuldateien auf einem festen Netzpfad zu erreichen sind. Dadurch ist es sogar möglich, mit Xiphos die neueste Version anzusehen, ohne das Projekt separat f├╝r den lokalen Gebrauch herunterzuladen.

Profitieren von den Fr├╝chten harter Arbeit will jeder. Wenn jeder aber nur denkt, die anfallenden Arbeiten oder die Finanzierung gehen ihn nichts an und „sollen ’mal andere machen“, so stirbt jedes Projekt. Wer macht also den Anfang und h├Ąlt bis zum Ende des Projektes durch? Nat├╝rlich s├Ąhe ich es gerne, wenn ein einmal gew├Ąhltes Kontingent auch erledigt wird, aber es ist jede Mitarbeit willkommen.

Wer also will eine reine, leicht lesbare Ausgabe der heiligen Schrift mit wiederhergestelltem Gottesnamen, aber ohne Verw├Ąsserung der Lehre durch den alexandrinischen Texttyp? Nun aber ’ran, Leute! Meine ePostAdresse ist bekannt.

24.9.2015 Heute bin ich zum Schluß gekommen, daß es nach ├╝ber eineinhalb Jahren eines Angebotes (n├Ąmlich seit der Pr├Ązisierung dieses Projektes am 3.3.2014), die Bibel neu zu ├╝bersetzen und auf das jeder halbwegs interessierte Bibelkenner sofort anspringen m├╝ßte, kein Interesse geben wird. Ein Komiker meldete sich und wollte den Text abgreifen. Im Netz beweist man ja gerne Nehmerqualit├Ąten. Ist etwas kostenlos zu haben, nimmt man es gerne. Selbst aber nur den geringsten Arbeitsaufwand auf sich zu nehmen, ist schon zuviel. Dar├╝berhinaus gab es nur das bekannte Schweigen im Walde! Hiermit stelle ich folglich mein Angebot der ehrenamtlichen Mitarbeit an einer neuen, klaren Übersetzung unwiderruflich ein. Diese Bereitwilligkeit an ehrenamtlicher Arbeit zeigte ich schon in etlichen weiteren Fachgebieten und Projekten. Eines nach dem anderen verbleibt f├╝r diesen Aspekt betrachtet als verbranntes Land. Was zum Schluß bleibt, ist der nackte Eigennutz – und eine Welt voller Egoisten. An mir soll es nicht gelegen haben!


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