Anglizismen zuhauf!

Anglizismusdeutsche Entsprechung
Access PointZugangspunkt
AdministrationRegierung, Verwaltung
AirbagPrallkissen
AirlineFluglinie, Fluggesellschaft
BabySäugling, Kind, Hase
BälleKugeln
bookmarkenLesezeichen anlegen
Brainstormingüberlegen
BugFehler
ComputerRechner
cooltoll
CutterBildschnittTechniker
DNADNS
Download(Herunter)Laden, empfangene Daten
downloaden(herunter)laden
einmal mehrnoch einmal
eMailePost (allg.), eBrief (einzelner Brief)
erinnernsich erinnern
GABAGABS
GateFlugsteig
guten Job machenseine Sache gut machen
ich denkeich glaube
in <Jahreszahl><Jahreszahl>, im Jahr <Jahreszahl>
InternetDatennetz
JobArbeit, Stelle
KillerMörder
lifezeitgleich
LifestyleSchickimicki
LinkQuerverweis
macht Sinnist sinnvoll
MeetingBesprechung(srunde)
MessageNachricht, Mitteilung
MixerMischer, Häcksler
NewsNeuigkeiten
NewsletterMeldung
nicht wirklicheigentlich nicht
onlineverbunden
outensich in Mißkredit bringen, sich verraten
PantHose
ProviderAnbieter
realisieren (bemerken)bemerken
Service(Kunden)Dienst
ShirtHemd
ShopLaden
ShowSchau
Starprominenter Mensch
Swimming PoolSchwimmbecken
TicketFahrkarte
Tinte(Druck)Farbe
topSpitzen
TVFS
UploadSenden, gesendete Daten
uppensenden
VaucherGutschein
Web(Daten)Netz
Webportal(Netz)Portal
WebsiteNetzpräsenz

Tab. 1: Übersetzungstabelle für Wichtigtuer, Hirnlose und Popokriecher, um vernünftiges Deutsch zu sprechen.

Als erstes muß unter allen Umständen diese unsägliche Menge an Anglizismen eingedämmt werden. Es ist richtig, daß wir gerade auf dem Gebiet der Fachsprache inzwischen viele englische (und einige anderssprachige) Begriffe kennen und nutzen, die schlichtweg nicht prägnant übersetzbar sind. Beispiele, gerade aus der Rechnertechnik, sind:

Bit, Byte, CD, DVD, USB

Bei diesen sehe ich darüber hinweg, auch, da sie mengenmäßig kaum ins Gewicht fallen. Viel wichtiger ist es, die völlig unsinnigen Blähwörter, Erstaunensausrufe, Verben und Adjektive auszumerzen – auch solche, die mehr oder weniger eingedeutscht sind. Wieder Beispiele:

cool, downloaden, uppen, Computer, Job, Brainstorming, Meeting, bookmarken, outen, Service, realisieren

Gerade der letztgenannte Begriff hat im Englischen zwei Bedeutungen, von denen es nur eine (umsetzen, verwirklichen) im Deutschen gibt. Völlig verkehrt ist die Verwendung von realisieren im Sinn von bemerken! Wenn ich nur den Kindern und Jugendlichen in der Nachbarschaft zuhöre, dreht sich mir der Magen um. Bei den Erwachsenen geht es gemäßigter zu. Hier aber finden sich umso mehr aus dem Englischen übernommene Redewendungen:

etwas macht Sinn, einen guten Job machen, ich würde sagen, ich denke, ich erinnere, einmal mehr, nicht wirklich

Bei der Selbstverständlichkeit, mit der dieses verhunzte Deutsch benutzt wird – hat denn da niemand zumindest ein schlechtes Gefühl? Ich kann es nicht verstehen, daß jemand vorsätzlich so wenig Sprachgefühl einsetzt. Derartige Abscheulichkeiten seiner Sprache anzutun – und auch seinem Gesprächspartner – käme mir nie in den Sinn. Es ist auch eine Frage der Höflichkeit und des Anstandes, sich einer gewählten Sprache zu bedienen. Das muß deshalb nicht hölzern wirken! Nicht umsonst erwähne ich gelegentlich den Ausdruck Kultur fängt bei der Sprache an!

DNA, GABA & Co.

Hier herrscht die grenzenlose Verblödung auch in der Informationstechnologie, Medizin usw.. DNA ist die anglophile Bezeichnung für Desoxyribonukleinsäure, also DNS. Bei GABA verhält es sich ähnlich: Es ist die GammaAminoButtersäure (ein Neurotransmitter im Rückenmark), also GABS!

Webseite, Bug, Links, Backend

Hä? Was hat denn eine Seite mit dem Weben zu tun? Der Bug wird immer wieder in der Welt der Informationstechnologie verwendet, ohne auch nur ein Mal achtern oder Heck zu nutzen. Was soll das? Oftmals sieht man Konstrukte wie eben Webseite, die als „FalscheFreund“Übersetzung von website genutzt werden. Das website ist aber die gesamte Netzpräsenz, wohingegen eine Seite eben nur eine Seite unter vielen der Netzpräsenz ist. Links wird auf Netzseiten überall verwendet, Rechts oder wenigstens Mitte suche ich vergeblich. Auch back ist nur 2. Person Singular Imperativ von „backen“ und backend ist davon das Partizip Präsens.

Gerade Jugendliche und jüngere Erwachsene grüßen heutzutage nicht mehr, sondern entgegnen nur noch einen Hai. Was der mit der Bekanntschaft, dem aktuellen Thema oder was auch immer zu tun haben soll, konnte mir auch noch keiner dieser Leute erklären. Ebenso wollte mir noch kein Teenager seine Lieblingsteesorte mitteilen.

Auch Scheinanglizismen – das sind englisch klingende Wörter, die so nicht in englischmuttersprachlichen Ländern verstanden werden – geben sich in Deutschland die Klinke in die Hand. Handy, Beamer und Oldtimer sind da die herausragenden Beispiele.

Wer sich nun für den invasiven Charakter des Englischen an unserer Sprache sensibilisiert sieht, hat nun eine gute Gelegenheit, sich inspirieren zu lassen. Hervorzuheben ist die Tatsache, daß die Einwanderung anglophoner Begriffe eher selten aus Großbritannien stattfindet, sondern aus den hochprächtigen VSA. Zu dumm nur, daß der Durchschnittsdeutsche so wenig Zuneigung zu seiner eigenen Sprache hat. Willst Du in und cool sein, mußt Du Dich mit Anglizismen schmücken! Derartige Wörter werden ungeprüft in den eigenen Sprachschatz übernommen und die Vorstellung gar ausgeblendet, dies könne gesunde und bisher etablierte deutsche Begriffe verdrängen oder auch nur das Sprachbild verschandeln.

Längere Zeit über habe ich mich beharrlich geweigert, eine Übersetzungstabelle zu veröffentlichen, wonach sich der kaputte Wortschatz eines Otto Normalis verständlichmachen ließe. Ich stehe ganz einfach auf dem Standpunkt, jeder Deutsche solle sich erst einmal seiner eigenen Sprache verbunden fühlen – und da wir uns in Deutschland befinden, wo Deutsch gesprochen wird, sollte Englisch ohnehin kein Problem darstellen. In letzter Zeit aber haben mich vermehrt Bekannte angesprochen, die diese Tabelle wollten. Also beginne ich hier mit dem, was meine Leser wünschen und habe dazu auf der rechten Seite eine solche Auflistung gestartet. Da sich diese erst im Aufbau befindet, bitte nicht böse sein, wenn noch häufig anzutreffende Anglizismen fehlen sollten.

Die VSA

Sagen (oder sagten) wir in Deutschland etwa France, Sverige, Ελλαδα, Россия oder СССР? Nein, wir nennen (bzw. nannten) die Länder nach ihren Begriffen im Deutschen: Frankreich, Schweden, Griechenland, Rußland, UdSSR. In anderen Sprachen gibt es ja auch zu jedem Land eigene Bezeichnungen. Nur bei den hochgelobten VSA machen die meisten Deutschsprachler eine Ausnahme und nennen sie USA. Usa ist aber ein unehrerbietiger Israelit gewesen, der für seine geistige Haltung bestraft wurde (s. 2Sa 6:67, 1Chr 13:910, 4Mo 4:15) – wahrlich ein negativ besetzter Begriff. Im Spanischen z.B. heißt das Land EE.UU., von Estados Unidos, mit der in romanischen Sprachen üblichen Buchstabenverdopplung beim Plural. Amerika ist und bleibt der Kontinent, Punkt!

Nicht nur, daß sich die VSler Amerikaner nennen, obwohl sie doch nur degenerierte ExilEuropäer sind, nein, sie nennen ihr Land, das sie den Ureinwohnern weggenommen haben (und sie dafür teilweise vorsätzlich mit der Grippe und den Pocken dahingerafft haben), auch Gottes eigenes Land! Welch Anmaßung und Arroganz! Um das Maß vollzumachen, spricht man von der neuen Welt, als ob die anderen Kontinente älter wären, minderwertig oder einem größeren Verschleiß unterlägen! Kolumbus war nur der letzte Entdecker! Für mich (und etliche weitere Deutschliebhaber) heißt das Land VSA. Schließlich gibt es ja auch die VAE, die Vereinigten arabischen Emirate. Wer käme hier auf die Idee, irgendeine Abkürzung aus dem Englischen zu nehmen?

Ein ansehnlicher Teil des Gebietes der VSA ist in vielerlei Hinsicht völlig ungeeignet zur dauerhaften Besiedlung. Im Westen gibt es das ErdbebenHochrisikogebiet durch den SanAndreasGraben (nebenbei auch noch an dessen Pazifikküste ein TsunamiRisikogebiet), im Süden und Südosten immer wiederkehrende Wirbelstürme. Im mittleren Westen gibt es Dürren. Wer sich nun in solch riskanten Gebieten (insbesondere in Kalifornien) ansiedelt und Schaden durch eine der dort zahlreichen und verheerenden Naturkatastrophen erleidet, ist wirklich selbst schuld!

Mit den Opfern vom 18.4.1906 in San Franziskus z.B. habe ich kein Mitleid. Wer die Gefahr kennt – und das tun alle! –, sie aber verdrängt, verdient es nicht besser. Nun benutzen diese Leute obendrein vielfach Gas statt Elektrizität (für den Küchenherd, Wasserboiler, usw.), was gerade bei Erdbeben Menschenleben und Besitzstand weiter in Gefahr bringt. Holzrahmenhäuser, wie sie damals vorherrschten, betteln förmlich um Gasbrände. Unzählige Bauten (darunter ein prominentes Hotel) erlitten förmlich Schiffbruch, weil sie auf aufgeschüttetem Boden errichtet worden waren. Schließlich: Seit der Goldgräberzeit Mitte des 19. Jahrhunderts ist die Stadt schon mehrfach zerstört worden, doch weigert man sich beharrlich, die Konsequenzen daraus zu ziehen.

Neu Orleans wurde auf morastigem Boden gegründet, der sich durch die Trockenlegung sogar noch weiter unter den Meeresspiegel senkte. Die Deiche sind eigentlich nur beruhigende Optik, was Katrina am 29.8.2005 bewies, denn sie wurden unterspült. Warum nur wird diese Einladung an alle Hurrikane nicht aufgegeben?

Alle diese Informationen zusammenzutragen, dauerte nur etwa zwei Stunden. Umso weniger verständlich ist die selbstgefällige Haltung der Anwohner, die zeitlebens die Gefahr vor Augen haben. Handelt es sich um kollektiven Größenwahn oder um Degeneration, dem Glauben zu verfallen, man könne die Natur beherrschen?

Maße und
Konven­tio­nen
VSame­ri­ka­ni­sche Ein­heit bzw. Kon­ven­tionMe­tri­sche Ein­heit bzw. deut­sche Kon­ven­tion
LängeZoll, Füße, Schritte, MeilenMillimeter, Meter, Kilometer
FlächeQua­drat­zoll, Qua­drat­fü­ße, Qua­drat­schrit­te, Mor­gen, Qua­drat­mei­lenQua­drat­mil­li­me­ter, Qua­drat­me­ter, Hek­tar
Vo­lu­menFlüs­sig­un­zen, Ku­bik­zoll, Tas­sen, Ku­bik­fü­ße, Ku­bik­schrit­te, im­pe­ria­le Gal­lo­nen, VSAGal­lo­nen, TrockenGal­lo­nen, im­pe­ria­le Fäs­ser, VSAFäs­ser, Öl­fäs­serKu­bik­zen­ti­me­ter, Li­ter, Ku­bik­me­ter
Ge­schwin­dig­keitFüße/Sekunde, Meilen/StundeMeter/Sekunde, Kilo­meter/Stunde
DruckPSI, PSF, Zoll QuecksilbersäuleBar, Pascal
Tempe­ratur°Fahrenheit, °Rankine°Celsius, Kelvin
Ge­wichtGewichtsunzen, Feinunzen, Pfunde, ScheffelGramm, Kilogramm, Tonnen
ZeitAugenblicke, Momente, Glocken, Wachen; 12StundenUhrSekunden, Minuten, Stunden, Tage; 24StundenUhr
DatumMMTTJJJJ (völliger Schwachsinn)TT.MM.JJJJ, i. d. In­for­ma­tik auch JJJJMMTT
Tele­fon­num­merVorwahlRufnummerDurchwahlVorwahl/RufnummerDurchwahl
Zahlen­darstel­lungTau­sen­der­tren­ner Hoch­kom­ma oder Kom­maTau­sen­der­tren­ner Punkt
De­zi­mal­tren­ner PunktDe­zi­mal­tren­ner Komma
Stock­werk1. Stock, 2. Stock…Erdgeschoß, 1. Stock…

Tab. 2: Auswahl(!) an Unterschieden in Maßen und Konventionen zwischen dem angloamerikanischen Maßsystem und dem metrischen System.

VSAmerikaner machen sich über uns Deutsche oder sogar den größeren Teil von Europas Bevölkerung lustig, da wir einige Unterschiede in unseren Konventionen aufweisen. Wer von uns beispielsweise käme auch nur für einen Moment auf den Gedanken, Entfernungen in Füßen zu rechnen? Von wenigen Fachgebieten abgesehen, ist das Zoll auch völlig unüblich und wird zu Recht nicht verstanden. Drücke werden in den VSA z.B. in PSI angegeben. Das sind poundforce per square inch, also Pfund pro Quadratzoll. Deren Pfund hat auch keine 500g wie überall auf der Welt üblich, wo das metrische System genutzt wird, sondern 453,59237g. In ihrem Wahn, möglichst unübliche Maße zu verwenden, nutzen sie Fahrenheit statt Celsius für Temperaturen, PhantasieMeilen statt Kilometer für Entfernungen usw..

Wann eigentlich kommen Geschwindigkeitsangaben in Klaftern per 19 Tagen – oder wie wäre es mit der Zeiteinheit Klicks, die ein 49.277.881stel des mittleren Merkurjahres ausmachen, plus der Dauer von 9112001 Schwingungsperioden des Wassermoleküls bei 1776°F (154,647798ms)? Dann folgt die inverse Geschwindigkeitsangabe von Klicks per Klafter (0,084562444m/s−1). So könnte man endlos weitermachen.

Desweiteren ergeben sich massenweise unsinnige Übersetzungen allein durch die Tatsache, daß VSAmerikaner prinzipiell unzählbare Zeiteinheiten als zählbar definieren. So kommen wir zu einigen Momenten oder auch mehreren Augenblicken, die im originalsprachlichen Kontext gut zu überblickende Zeitspannen aus eindeutigen, genau definierten Bezeichnungen sind. Im Deutschen und vielen weiteren Sprachen sind diese Begriffe aber nicht zählbar, deshalb Schwachsinn! Es klingt wie ein Geld, zwei Gelder, drei Gelder.

Mit dieser Einstellung stehen sie inzwischen so gut wie allein da auf der Welt, was für sie kein Grund ist, ihre Situation zu überdenken. Im Gegenteil: Viele Elektronikartikel (Uhren, Thermometer usw.), auch aus Fernost, werden auf VSAtypische Maße festgelegt und eine Umstellung auf Metrik ist entweder aufwendig oder nicht möglich. Im Falle des Mars Climate Orbiters haben sich die VSAmerikaner selbst ein Bein gestellt und sich vor der ganzen Welt unendlich blamiert. Sie verwechselten Newton mit ihren Pfund. Im WikipediaArtikel übrigens ist fälschlicherweise „also um den Faktor 4,45 größer“ vermerkt. Richtig muß es lauten: „also um den Faktor 3,448 größer“ – siehe Die falsche Multiplikation und Division.

Deren Meile von 1609,344m Länge ist Humbug, da sie weder metrisch ist, noch sich aus den Maßen eines Meridians ergibt. Warum nutzen sie ein schwachsinniges Datumsformat? Alles zusammengenommen kommen wir zum Schluß, daß der typische VSAmerikaner so ungebildet wie stur ist und sich somit weigert, das sonst überall verwendete metrische Maßsystem zu nutzen. Sie glauben, sie seien die Größten, die Besten, die Reichsten und könnten somit der ganzen Welt (wer ist das eigentlich?) ihren Willen diktieren. Zurück zum Thema.

Sprachverschandelung

Anstelle downloaden paßt viel besser herunterladen oder einfach laden. Für uppen oder uploaden nutzen wir einfach senden oder schicken – je nachdem, was im Kontext besser zutrifft. Wir brauchen keinen Job, sondern eine Stelle und ein Brainstorming machen können von mir aus die VSAmerikaner, wir aber denken nach oder überlegen! Wir brauchen kein Meeting, wir haben bereits unsere Besprechungen oder Beratungsgespräche. Die Sitzung sollte man besser nur gebrauchen, wenn der Kontext keine anrüchige Verwechslung zuläßt.

„Ich denke, …“ (ach was, der kann denken?) statt des besseren „ich glaube, daß …“ führt bestenfalls zu mitleidigem Lächeln. Schlimmer ist es, „ich erinnere, gesagt zu haben“ zu gebrauchen, wenn „ich erinnere mich, gesagt zu haben“ gemeint war. Erinnern ist im Deutschen in diesem Zusammenhang ein reflektives Verb!

Nach rund 20 Minuten hat der Mensch frisch Gelerntes bereits zu 40 Prozent wieder verlernt. Nach einer Stunde sinkt die Halbwertzeit des Wissens bereits auf 45 Prozent, nach einem Tag erinnern wir allenfalls noch ein Drittel und nach nur sechs Tagen ist unser Erinnerungsvermögen auf 23 Prozent geschrumpft. Jochen Mai in seiner Karrierebibel, Artikel „Sieben bis sechs – Der perfekte Bürotag“.

Frisch Gelerntes ist noch lange nicht dasselbe wie Frischgelerntes! Das eine Wort heißt außerdem Halbwertszeit und ist hier falsch gewählt, das andere „Erinnerungsvermögen“ umfaßt die ganze Fähigkeit des Menschen, sich zu erinnern. Richtig hier ist nur Erinnerung.

Auch „macht Sinn“ ist nur halb aus dem Englischen übersetzt; da man Sinn nicht machen, sondern ihn sich nur selbst ergeben lassen kann, greifen wir doch besser zur Umformulierung „etwas ist sinnvoll“. Wer nicht begreifen will, daß hier unter Beibehaltung englischer Grammatik oder bei einer englischen Redewendung wortwörtlich ins Deutsche übersetzt wurde, bekommt von mir ein This comes yes overhead not in question! verpaßt! „Um ehrlich zu sein …“ ist nur das Eingeständnis, für gewöhnlich unehrlich zu sein! Da könnte ich noch stundenlang so weitermachen!

Extrem nervig ist der nun völlig ins Irrsinnige getriebene Gebrauch des Englischen in Stellenangeboten und auch der Werbung. Da werden z.B. Key Account Manager, Trainee, International Exhibition Manager gesucht. Größtenteils ist der Anzeigentext dann zwar in Denglisch gehalten, statt gleich ganz auf Englisch verfaßt zu sein, aber ein Trost ist das nicht. Welche Funktionen die zu besetzenden Stellen ausfüllen sollen, bleibt mir völlig unklar. Derlei Anzeigen habe ich stets übersprungen, solange ich eine neue Stelle suchte. Nähere Informationen darüber, wie fahrlässig und vorsätzlich bösartig Personaler mit der Sprache umgehen, findet man z.B. auf meiner Seite Arbeitsmarktpolitik.

Was auch die Chemie anbetrifft, verschleiern die liebwerten Großkonzerne von Lebensmittel und Kosmetikherstellern, was alles in ihren Produkten steckt, indem sie die Inhaltsstoffe in englischer Sprache angeben. So manche Chemikalie klingt noch ähnlich wie im Deutschen, aber wie zum Henker kamen die auf sodium statt Natrium, wo doch auch das Formelzeichen Na ist? Ein Großhändler für CDs und DVDs nennt sich nach dem englischen Begriff für Platin einfach Platinum – und das in Deutschland! Zum Glück gibt es hier nicht auch noch Firmen, die sich nach Kalium, Titan, Chrom, Selen, Niob, Tellur, Tantal, Wolfram, Quecksilber oder Blei benennen wollen. Dies nämlich sind alle Elemente (außer Lanthanoiden, radioaktiven Elementen und jenen, die ich in Übersetzungsfehler erwähne), die eine angeblich potentiell werbewirksame Endung mit um oder ium haben oder gleich einen vollständig anderen Namen.

Spielfilme – gerade solche westlicher Prägung – haben oftmals englischsprachige Titel, selbst in deutscher Synchronisation. Das muß absolut nicht sein! Terminator, Transporter o.ä. sind ja in Ordnung, nur halt mit deutschem Artikel. Wahllos herausgegriffene Beispiele wie Total Recall, Robots, Man of the Year usw. haben nicht einmal mehr einen deutschen Alternativtitel. Mein Interesse an derlei Filmen sinkt beständig und ist bereits fast auf dem Gefrierpunkt angelangt – allein schon wegen des englischen Titels in Deutschland. Man braucht sich ja nur einmal das Schaufenster einer Videothek ansehen und die Anzahl der Filmtitel auf Englisch mit denen auf Deutsch vergleichen. Der deutsche Film ist kaum präsent. Wann endlich gibt es wieder Straßenfeger von der Qualität eines Die Gentlemen bitten zur Kasse, Das Boot oder Der Name der Rose? Was hierzulande seit Jahren fast nur noch produziert wird, sind Platitüden wie die Erkan und StefanFilme, Der Schuh des Manitu, (T)Raumschiff Surprise – Periode 1 oder die OttoFilme

Mein Appell also: Schluß mit den Anglizismen, um besonders toll, angesagt oder intelligent zu wirken, Schluß mit Inhaltsangaben von Lebensmitteln & Co. in Englisch usw.. Auch bei Filmen müssen die Synchronstudios, Verleiher usw. endlich darauf achten, deutsche Titel und Filmfigurnamen zu nutzen. Meikel, Tschäjkop, Ärren, Säm, Räjtschl, Dejwitt & Co. müssen endlich der Vergangenheit angehören! Dadurch läßt sich zwar nicht das grundsätzliche Problem lösen, daß der Großteil dieser Filme einen nationalistischen, die VSA glorifizierenden Ton enthält, aber ein erfreulicher, kleiner Schritt wäre es schon.

Literatur zu diesem Thema:


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  1. Hans Müller schreibt am 04.08.2012 um 01:58 Uhr:
    „ePost“ und „eBrief“ sind etwas anderes als „Email“. Weite Informationen gibt es bei der Deutschen Post. Lange bevor die „Deutsche Post“ (wer ist das eigentlich?) diese Begriffe nutzte, um ein kostenpflichtiges und systemisch krankes System der Briefbeförderung (z. B. wg. fragwürdigen Datenschutzes) einzuführen, verwandte ich die genannten Begriffe schon, um das auszudrücken, was Sie so unschön anglophil Email nannten. Der E‐Postbrief selbst ist nur die Reaktion auf das „De‐Mail“‐System, das von der illegitimen Bundesregierung angestoßen wurde. Keines der beiden Systeme nutze ich und spreche weiterhin von eBrief als vom einzelnen Brief, wie auch von ePost für die Gesamtheit des elektronischen Briefverkehrs.

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